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Taube Hände – Rückenschmerzen

Kategorie: Berichte & Tipps

Taube Hände beim Motorradfahren?

Rückenschmerzen beim Wandern mit Rucksack?

Nicht selten treten solche oder ähnliche Beschwerden beim Ausüben des Hobbys oder des Sports auf. Um Schmerzen zu vermeiden, verbiegen Motorradfahrer ihren Lenker, bauen Zwischenstücke oder andere Griffe ein oder schieben die Ursache auf die Vibrationen der Maschine (was in der Tat zwar -auch langfristig- ein Kribbeln hervorrufen kann, seltenst aber Taubheit.

Beim Gehen mit Rucksack wird dieser bei auftretenden Schmerzen hin und her geschoben, der Oberkörper verdreht oder nach vorn gebeugt … oder liegt es einfach nur am Gewicht? Bei dieser Freizeitgestaltung ist allerdings im Vorfeld dringend darauf zu achten, dass -um überhaupt beschwerdefrei bleiben zu können- das Gepäckstück der Rückenlänge angepasst und durch den Hüftgurt richtig fixiert ist.

Das schönste Hobby und der beste Sport machen mit Schmerzen, Brennen und Taubheitsgefühl einfach keinen Spaß. Schon nach wenigen Minuten ist man unkonzentriert, man verliert die Lust, ist genervt und später agressiv. Und ganz wichtig: Durch die dahin schwindende Konzentration wird es gefährlich. Die Gedanken sind irgendwann nur noch bei dem schmerzenden Körperteil und nicht auf der Straße, auf dem grumpeligen Waldweg oder im Gebirge. Nicht selten sind Verletzungen und schwere Unfälle die Folge. Aber auch wenn alles gut geht, hat man auf jeden Fall nach der Rückkehr nach Hause nicht das Gefühl, einen schönen, erlebnisreichen und entspannten Tag verbracht zu haben. Und aus diesem Grund greifen die meisten Menschen dann zu Schmerzmitteln.

Aber meistens liegt die Ursache ganz wo anders, als gedacht.

Genau an dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich kein Arzt o.ä. bin. Was ich hier schreibe, muss einer anderslautenden Anweisung eines Doktors selbstverständlich weichen und Menschen, die bereits in Behandlung sind, sollten natürlich wissen, was sie für ihr Wohlbefinden zu tun haben. Aber vielleicht kann ich doch einigen Schmerzgeplagten ein paar Tipps zum Vorbeugen oder sogar zum Verringern der Beschwerden geben.

Also: Das A und O heißt … Stretching, Mobilisierung und Kräftigung. Ich weiß, das Aufraffen, das Durchhalten etc. ist meist schon schwierig. Gerade bei der wenigen Zeit, die oft neben dem Job nur übrig bleibt. Aber wenn man nach mehreren Stunden körperlicher Anstrengung oder einem Arbeitstag nach Hause kommt und noch richtig lachen kann, ist es das doch schon wert.

In erster Linie gilt es Verspannungen zu vermeiden. Diese treten heftigst beim Sitzen (am Schreibtisch oder im Auto) auf, durch mangelnde Bewegung oder auch durch Stress. Das Knochengerüst sollte schön gestreckt und die Muskeln gekräftigt werden. Wenn es dann noch schmerzt, sollte der Arzt her.

Stretching fördert die Durchblutung und sorgt so für leichte Erwärmung der Muskeln. Auch Muskelverkürzungen können hierdurch wieder etwas ausgeglichen werden. Dabei ist aber darauf zu achten, dass nicht einfach gezogen und gezogen wird -mal sehen, wie lang der Muskel noch wird-, sondern der zu dehnende Bereich sollte in Position gebracht werden, das heißt z. B. (im Fall des Dehnens des vorderen Oberschenkelmuskels) im Stehen einen Unterschenkel nach hinten anwinkeln, die beiden Oberschenkel bleiben parallel, den Unterschenkel mit der gleichseitigen Hand greifen (man kann den Arm mit Hilfe eines Bandes verlängern, denn der Rücken sollte hierbei gerade bleiben) und ganz leicht an den hinteren Oberschenkel heranziehen. Wenn man das erste leichte Ziehen verspürt, nur noch halten. 30 Sekunden lang. Dann langsam loslassen, nicht schnacken lassen. Ein zweites Mal. Dann das andere Bein. Mit jedem zweiten Mal dehnt sich der Muskel schon leichter und weiter. Dies ist auch sehr wichtig für die Schulter- und Nackenmuskulatur. Verkrampft z.B. der Nacken, strahlen Schmerzen aus und eventuelle Kopfschmerzen werden unerträglich. Fahrer eines Rennrades oder Sportmotorrades sind für Verspannungen im Nacken besonders anfällig. Ein höherer Lenker kann Linderung verschaffen.

Mobilisierung – damit ist das mobil machen von Wirbeln und Gelenken gemeint. Arm- oder Schulterkreisen zum Beispiel. Aber kein Gewicht in die Hand nehmen und Propeller spielen sondern langsam und korrekt einen sauberen Kreis führen. 20 Mal. Dann die andere Seite. Sehr gut auch für die Halswirbelsäule. Den Kopf von links nach rechts drehen und zurück (nicht von links nach rechts kippen!), aber nicht direkt bis zum Anschlag. Es gilt hier nicht, den Anschlag weiter nach hinten zu verlagern, sondern einfach nur die Wirbel beweglich zu halten. Beim Fahrrad- oder Motorradfahren wird das Schräg-Nachobensehen (in Passkehren z.B.) danach einfacher. Fängt man nicht irgendwann an, die Beweglichkeit zu verbessern, kann es bald zu Gelenkblockaden führen. Das ist übel, schmerzhaft und nicht so leicht wieder zu beheben.

Gedehnt und mobilisiert sind wir. Dann müssen jetzt die Muskeln ran, die ja bei Männern besser ausgeprägt und auch viel mehr durchblutet sind, als bei Frauen. Leider. Nicht zuletzt durch die schlechtere Durchblutung und die geringere Fläche der weiblichen Muskulatur wird auch was hervorgerufen: Das ständige Frieren. 😉 Kräftigung der Muskeln, dies schafft gepaart mit den beiden gerade angesprochenen Trainingsthemen mehr Lebensqualität. Man fühlt sich besser und fitter. Nur am Anfang nicht. Nach den ersten zwei, drei Trainingseinheiten fühlt man sich wohl eher etwas gerädert. Aber durchhalten, es lohnt sich. Muskelkräftigung kann ganz verschieden trainiert werden. Anfangs nützt es schon, wenn man im Sitzen oder Stehen, z.B. in der Supermarktkassenschlange den einen oder anderen Muskel anspannt. Ein paar Sekunden halten, loslassen. Oder am Glühweinstand einfach den Bauch einzieht (die Bauchmuskeln stützen nämlich die Lendenwirbel). Man kann sehr schön auch mit einem Thera-Band arbeiten. Anleitungen für leichte Übungen finden sich meist bei den Bändern, wenn man sie kauft. Wer die Möglichkeit hat, an einem Heim-Kraftturm zu arbeiten, hat Glück. Man kann mal eben zwischen Büro und Stammtisch oder zwischen Fenster putzen und Abendessen ein paar Minuten etwas für die Gesundheit tun. Aber immer vorher Aufwärmen, z.B. Stretching, auf der Stelle laufen, Heimtrainer fahren. Und wer unter fachkundiger Anleitung eines Sporttherapeuten im Studio trainiert, na der ist natürlich am besten dran. Kräftigung der gesamten Rückenmuskulatur streckt den Oberkörper. Muskeln sind sozusagen die Stützpfeiler des Knochengerüstes und sorgen dafür, dass durch die ständige, tägliche Belastung die Wirbel nicht aufeinanderhängen, dadurch die Bandscheiben herausgedrückt und die Nerven gequetscht werden. Ist die Wirbelsäule durch Verkrampfung oder Hochziehen der Schulter gestaucht und wird nicht durch ausgeprägte Muskeln gestützt, drücken die einzelnen Wirbel immer mehr aufeinander, ohne dass die Stoßdämpfer (die Bandscheiben) sich wieder richtig ausdehnen können. Der Puffer verrutscht, reißt und der heraustretende Gallertkern drückt auf die Nervenwurzeln im Rückenmark (Bandscheibenvorfall). Auch wenn es nicht gleich zu einem Vorfall kommt, verursachen gequetschte Nerven heftige Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen. Es tritt eine Gefühlsstörung auf, im fortgeschrittenen Stadium auch eine motorische Lähmung. => Die tauben Hände. (Schließen wir eine unterbrochene Durchblutung mal aus.)

Auch die Gelenke wie Knie- und Fußgelenke werden durch die Muskeln darüber und darunter gestützt und geschützt.

Kontrollieren sollte man stets die allgemeine Haltung. Sehr weit verbreitet ist das Hohlkreuz, der Rundrücken, hierdurch automatisch hervorgerufen ist der vorgestreckte Kopf und der vorstehende Bauch. Die Schultern sind nach vorn und einwärts gedreht. Eine längere Belastung durch Motorradfahren, Rucksack tragen oder auch -ganz wichtig- Anstrengungen, die der Beruf mit sich bringt, hält der ursprünglich beste Rücken so auf Dauer nicht aus. ?Schultern leicht nach hinten unten lenken, die Bauchmuskeln anspannen (einziehen) und den höchsten Punkt des Kopfes (beim Blick nach vorn) einfach Richtung Decke strecken. Sehr leicht aber extrem effektiv.

v UND: Wasser oder Apfelschorle trinken. Das füllt die Wasserspeicher im Körper auf, liefert wichtige Mineralstoffe, erhöht das Wohlbefinden (das ist nicht nur Gerede der Getränkeindustrie, das hilft wirklich) und verringert die Falten. Glaube ich wenigstens. 😉

Ach ja, und wenn es doch mal zu leichten Schmerzen kommt, hilft Wärme. In Form einer Wärmflasche, feuchter Wärme oder einer entspannenden Badewanne. Nur nicht anwenden, wenn eine Entzündung die Ursache sein könnte. Dann muss gekühlt werden.

So, viel Spaß beim Ausprobieren und dann raus an die frische Luft, etwas für die Kondition tun.

Bilder oben: Der Körper ist gestreckt, die Wirbelsäule in ihrer richtigen Position. Die Bandscheiben sind schön dick und funktionieren als Puffer.

Bild unten: Rundrücken, Hohlkreuz, keine Stütze durch Muskeln. Die Bandscheibe wird gequetscht, herausgedrückt, der Faserring reißt, der Kern quillt heraus und drückt auf Nervenwurzeln. Der typische Bandscheibenvorfall.

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